Tagesgeldzinsen
Für das Tagesgeldkonto wird im Vergleich zum Sparbuch oder Girokonto ein relativ hoher Zinssatz gezahlt. Nachteilig ist jedoch, dass sich die Höhe des Zinssatzes täglich ändern kann. So kann zum Beispiel eine Bank, die heute mit 3,5% pro Jahr wirbt, morgen nur noch 2% anbieten. Theoretisch zumindest. Praktisch haben die Banken einen Ruf zu verlieren. Deshalb tritt eine solch extreme Zinssenkung nur in Ausnahmefällen ein. Zudem garantieren die Kreditanstalten mittlerweile auf freiwilliger Basis einen Zinssatz meist für drei bis zwölf Monate. In dieser Zeit erhält man mit Gewissheit den angepriesenen Zinssatz und muss sich wegen einer Zinssenkung keine Gedanken machen. Die Tagesgeldzinsen sind also theoretisch vollkommen variabel, praktisch wäre die Unsicherheit für die Kontoinhaber jedoch viel zu hoch. Dieser freiwillige Garantiezeitraum trägt unter anderem zur steigenden Beliebtheit dieser Investitionsmöglichkeit bei. Ein anderer Grund, warum eine plötzliche Senkung der Zinsen alles andere als praxisnah ist, ist die nicht vorhandene Kündigungsfrist. Ist der Anleger mit der Höhe der Zinsen nicht mehr einverstanden, kann er sich nach Belieben nach einem anderen, besseren Angebot umschauen. Er ist zu keinem Zeitpunkt gebunden.
Im Gegensatz zu konventionellen Sparbüchern sind die Tagesgeldzinsen sehr hoch. Die Verzinsung bei Sparbüchern tendiert nämlich mehr und mehr gegen null. Das Tagesgeldkonto ist deshalb vor allem zu empfehlen, wenn eine kleinere Menge Geld über kurze Zeit verzinst werden soll. Warum diese Sparmöglichkeit nur für kleinere Geldmengen attraktiv ist, wird weiter unten erklärt. Natürlich ist es auch möglich Geld auf dem Tagesgeldkonto über längere Zeit zu lagern, trotzdem ist es im Gegensatz zu vielen Sparbüchern viel flexibler, da man nach Belieben über das gesamte Kapital verfügen kann. Ist zum Beispiel unerwartet eine größere Neuanschaffung notwendig, kann direkt vom Tagesgeldkonto entsprechend viel Geld abgebucht werden.
In aller Regel werden Tagesgeldkonten ausschließlich als Online-Produkt angeboten. Dadurch werden hohe Personal- und Verwaltungskosten eingespart, die dem Anleger durch eine Steigerung der Rendite wieder zu Gute kommen. Hohe Tagesgeldzinsen allein machen ein gutes Konto jedoch nicht aus. Auch der Zeitpunkt der Zinszahlung ist von hoher Bedeutung. Die verschiedenen Banken zahlen nämlich lange nicht alle jährlich die Zinsen. Viele zahlen mittlerweile schon vierteljährlich oder sogar monatlich die Renditen an die Anleger aus. Es ist logisch, dass eine monatliche Zinsausschüttung für den Kunden am attraktivsten ist. Dadurch entsteht nämlich der beliebte Zinseszinseffekt.


